Zehn Minuten später stand sie mit Latexhandschuhen, Lupe und Desinfektionsmittel vor meiner Tür. Wir untersuchten mein Bett Zentimeter für Zentimeter. Und tatsächlich: am unteren Matratzenrand, direkt unter dem Laken, fanden wir eine winzige, dunkle Stelle. Als wir sie mit der Lupe betrachteten, bewegte sich etwas. Ich hätte fast geschrien.
Es war winzig. Dunkelbraun. Und lebendig. “Da hast du’s”, sagte Lisa, während ich versuchte, nicht in Ohnmacht zu fallen. “Das ist eine Wanze.”
Ich konnte nicht glauben, was da gerade passierte. Ich fühlte mich wie in einem schlechten Horrorfilm. Mein Schlafzimmer war nicht mehr mein sicherer Ort. Es war ein verseuchtes Territorium geworden. Ich sah mich schon in der Notaufnahme mit Dutzenden Bissstellen.
Lisa blieb zum Glück ruhig. “Okay, wir handeln jetzt. Du brauchst einen Kammerjäger. Sofort. Und du gehst am besten direkt zum Arzt. Auch wenn du keine Bisse siehst – sicher ist sicher.”
Ich tat beides. Noch am selben Nachmittag hatte ich einen Termin beim Hautarzt. Er fand zum Glück nichts – keine Bisse, keine Infektionen. Ich konnte aufatmen. Ein bisschen zumindest.
