Wenn man über Ernährung spricht, fällt den meisten Menschen zuerst das Positive ein. Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, die ganzen schönen Versprechen von Superfoods, die angeblich länger jung halten und dem Körper nur Gutes tun. In jedem Magazin liest man von den neuesten Wundermitteln, die Gesundheit und Schönheit garantieren sollen. Doch was oft verdrängt wird, ist die andere Seite des Tellers, die ungemütliche Wahrheit, dass ganz normale Lebensmittel, die wir jeden Tag essen, auch Gefahren bergen können. Schon ein einziger Bissen kann manchmal ausreichen, um Schaden anzurichten. Es klingt dramatisch, ja fast nach Panikmache, und doch ist es eine Realität, die viele erst dann wahrnehmen, wenn sie selbst betroffen sind oder jemanden kennen, dem so etwas passiert ist. Parasiten, Bakterien, Viren, Krankheitserreger, die man nicht sehen, nicht riechen und oft nicht einmal schmecken kann, sie lauern still und unauffällig in Speisen, die wir oft mit dem guten Gefühl genießen, uns gerade etwas besonders Gutes zu tun.
Ich erinnere mich noch genau an ein Gespräch mit einem Freund, der längere Zeit in Südamerika lebte. Er erzählte mir, wie er bei einer Familie auf dem Land eingeladen war. Dort wurde ein großes Stück Fleisch gegrillt, halb blutig serviert, so wie es dort Tradition ist. Alle griffen zu, genossen die Feier, und zunächst schien alles in bester Ordnung. Doch ein paar Tage später bekam er heftige Bauchschmerzen. Er dachte zuerst an etwas Harmloses, vielleicht an eine ungewohnte Würze oder einfach an eine kleine Magenverstimmung. Doch die Beschwerden hielten an, wurden schlimmer, und schließlich stellte sich heraus, dass er sich Parasiten eingefangen hatte. Wochenlange Behandlung, Medikamente, Einschränkungen im Alltag – alles nur wegen ein paar Bissen Fleisch, die nicht durchgegart waren. Er sagte mir später, er schaue seither jedes Steak mit anderen Augen an. Diese Geschichte hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt, weil sie so deutlich macht, wie leichtfertig man mit vermeintlich „normalem“ Essen umgehen kann.
