Nun alles bei relativ hoher Hitze drei bis fünf Minuten braten und immer wieder wenden.
Der Kohl soll etwas weicher werden, darf aber ruhig noch Biss haben.
Genau das ist für mich der Unterschied zwischen einer richtig guten Kohlpfanne und einer, bei der am Ende alles nur noch weich und wässrig ist.
Deshalb würde ich auch keinen Deckel auf die Pfanne setzen.
Unter dem Deckel entsteht Dampf, und der Chinakohl beginnt eher zu kochen als zu braten. Ohne Deckel kann überschüssige Flüssigkeit verdampfen und das Gemüse bleibt aromatischer.
Sobald der Kohl die gewünschte Konsistenz hat, die vorbereitete Sauce noch einmal kurz umrühren und über die Pfanne gießen.
Jetzt geht es wirklich schnell.
Alles gründlich vermischen und etwa ein bis zwei Minuten weiterbraten.
Durch die Speisestärke beginnt die Sauce fast sofort leicht anzudicken und legt sich um das Hackfleisch, die Karotten und den Kohl.
Genau dann sieht das Gericht so richtig appetitlich aus.
Zum Schluss einen großen Teil der grünen Frühlingszwiebeln unterheben und noch einmal probieren.
Braucht es etwas mehr Sojasauce?
Noch ein wenig Pfeffer?
Oder vielleicht doch eine kleine Prise Chili?
Das entscheide ich immer erst ganz am Ende.
Dann direkt servieren und die restlichen Frühlingszwiebeln darüberstreuen.
Ich esse diese Pfanne tatsächlich sehr gern einfach so aus einer Schüssel. Durch das Hackfleisch macht sie ordentlich satt und der Chinakohl bringt genug Volumen mit.
Wenn die Familie allerdings richtig Hunger hat, gibt es Reis dazu.
Basmatireis oder Jasminreis passen wunderbar, weil sie die würzige Sauce aufsaugen. Auch gebratene Nudeln oder einfache Eiernudeln funktionieren hervorragend.
Manchmal koche ich sogar etwas mehr Reis und stelle beides getrennt auf den Tisch. Dann kann sich jeder selbst nehmen, wie viel er möchte.
Was ich an diesem Gericht außerdem liebe: Man kann unglaublich unkompliziert Reste verwerten.
Eine halbe Paprika liegt noch im Kühlschrank? Rein damit.
Ein paar Champignons müssen weg? Ebenfalls hinein.
Zucchini funktioniert genauso.
Auch eine Handvoll Sojasprossen macht sich gut.
Das Grundrezept muss also überhaupt nicht jedes Mal exakt gleich aussehen.
Nur beim Kohl bleibe ich meistens beim Chinakohl, weil er für diese Art von Pfanne einfach ideal ist. Er hat einen milderen Geschmack als klassischer Weißkohl und wird wesentlich schneller gar.
Man kann das Rezept zwar auch mit Weißkohl machen, dann würde ich ihn allerdings sehr fein schneiden und einige Minuten länger braten.
Spitzkohl funktioniert ebenfalls hervorragend.
Aber Chinakohl ist für mich die bequemste Variante.
Er ist schnell vorbereitet, mild und trotzdem schön knackig.
Beim Hackfleisch könnt ihr ebenfalls variieren.
Rinderhack schmeckt etwas kräftiger und passt meiner Meinung nach besonders gut zur Sojasauce. Gemischtes Hack wird etwas saftiger.
Mit Hähnchen- oder Putenhack wird das Gericht leichter.
Ich habe es sogar schon mit ganz fein geschnittenem Hähnchenfleisch gemacht, und auch das war richtig lecker.
Was ich allerdings nicht empfehlen würde, ist Hackfleisch mit einem extrem hohen Fettanteil. Ein bisschen Fett ist natürlich Geschmack, aber wenn nach dem Braten eine richtige Fettschicht in der Pfanne steht, wird die Sauce schnell schwer.
In diesem Fall gieße ich einen Teil des überschüssigen Fetts ab, bevor das Gemüse dazukommt.
Das Sesamöl gebe ich übrigens wirklich nur in kleinen Mengen hinein.
Geröstetes Sesamöl hat einen sehr intensiven Geschmack. Ein Teelöffel reicht völlig aus. Wer davon mehrere Esslöffel verwendet, schmeckt am Ende fast nichts anderes mehr.
Und noch etwas, was ich beim ersten Mal falsch gemacht habe: Ich habe die Sojasauce direkt während des Anbratens zum Fleisch gegeben.
Das funktioniert zwar, aber das Hackfleisch wird dadurch sehr schnell feucht und brät nicht mehr richtig.
Deshalb zuerst Fleisch und Gemüse kräftig anbraten und die Sauce wirklich erst am Schluss hinzufügen.
Der Unterschied ist deutlich.
Für mich ist diese Pfanne auch deshalb ein tolles Familienessen, weil man die Schärfe komplett selbst bestimmen kann.
Ich mache die Grundversion meistens mild.
